Archiv für die Kategorie „Werkzeug“

Als ich zum ersten Mal mit einer Pinzette in Berührung kam, war ich ca. 8 Jahre alt. Ich hatte mir einen Holzspan in den Finger gerammt und meine Mutter versuchte, diesen Span mittels einer Pinzette zu entfernen. Nun, es gibt auch erfreulichere Momente in denen man auf eine Pinzette angewiesen ist.

Prinzipiell gibt es gerade, gebogene, abgewinkelte, antimagnetische, schneidende, säurefeste und festhaltende (für Kugeln) Pinzetten. Das Material kann aus Metall, Kunststoff, Keramik oder glasfaserverstärkter Kunststoff bestehen.

Die Briefmarkensammler (Philatelisten) zum Beispiel, verwenden zum Bewegen Ihrer wertvollen Marken ganz spezielle, am Kopf meistens flache und gratfreie Pinzetten. Grund hierfür ist, dass die kleinen Papierstückchen nicht mit dem Handschweiß oder Schmutz auf den Händen in Berührung kommen. Auch das Abknicken der Briefmarkenzähne wird dadurch verhindert.

In der Chirurgie verwendt man Pinzetten, welche am Kopf spitz und griffig sind, um Fäden und Tupfer sowie anderes Operations-Material effizient handhaben zu können.

Auch in der Schmuckindustrie (Kettenmachern und Edelsteinexperten) sieht man die Pinzette. Man will vereinzeln und auf kleine Körper sicher zugreifen können.

In der Elektronikindustrie werden ebenso Pinzetten gebraucht. Man stelle sich nur die kleinen und kleinsten Bauelemente vor, welche man ohne Pinzette überhaupt nicht positionieren könnte.

Im Bleisatz verwendet man ebenso Pinzette um die einzelnen Lettern an den richtigen Platz zu bekommen.

Wer ein Schloss ohne jegliche Zerstörung früher öffnen wollte, brauchte ihn – den Dietrich. Den Begriff für dieses praktische Allroundwerkzeug gibt es übrigens tatsächlich schon seit dem 15. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch. Der Dietrich wurde in der Vergangenheit im allgemeinen Sprachgebrauch auch gern einmal als Diebschlüssel bezeichnet. Warum, das erklärt sich hier praktisch von selbst, denn die einfachen Schlösser der vergangenen Tage gaben dem Dietrich problemlos nach.

Als Sperrwerkzeug ist der Dietrich ein echter Klassiker, der aber häufig mit dem Sperrhaken oder auch Hakenschlüssel verwechselt wird. Der Sperrhaken ist allerdings ausschließlich für das Öffnen von Buntbartschlössern ausgerichtet, der Dietrich kann dagegen verschiedene Schlösser öffnen. Der Dietrich ist im Fachjargon auch heute noch als Lockpick bekannt – so, wie eben das Öffnen der Schlösser ohne den entsprechenden Schlüssel als Lockpicking bezeichnet wird. Der Haken, die Schlange sowie der Halbdiamant sind die wesentlichen Arten des Lockpick oder auch Dietrich, mit dem sich viele verschiedene Schlösser einfach – und vor allem ohne diese zu zerstören – Öffnen lassen.

Auch wenn es sich sehr einfach anhört, mit einem Dietrich ein Schloss zu öffnen – etwas Übung bedarf es schon, ein Schloss mit diesem Werkzeug schnell zu öffnen. Im Gegensatz zum passenden Schlüssel zum Schloss, der genau greift, muss mit dem Dietrich die Öffnung des Schlosses mit viel Fingerspitzengefühl betrieben werden.

Während früher praktisch alle Schlösser – auch die von Wohnungstüren – einfach mit dem Dietrich geöffnet werden konnten, hat sich das aber, zum Glück kann man sagen, inzwischen geändert, denn moderne Sicherheitsschlösser sind für den Dietrich ein unüberwindbares Hindernis. Hier nutzt auch der Dietrich nichts mehr, wenn der Schlüssel in der Tür von innen steckt oder sonst in der Wohnung vergessen wurde. Die klassische Zimmertür bzw. deren Schloss kann mit dem Dietrich aber immer problemlos geöffnet werden, wenn zum Beispiel der Zimmerschlüssel verschwunden ist.

Durch die Veränderungen bzw. Modernisierungen in der Schließtechnik, die auch im Hinblick auf die Sicherheit große Modifizierungen erfahren haben, ist der Dietrich inzwischen ein nicht mehr sehr gebräuchliches Werkzeug, im Bereich der Schließtechnik aber trotzdem noch in Gebrauch.

Eine Gewindefeile ist eine besondere Ausführung der Feile. Sie dient der Nachbearbeitung von Außengewinden an technischen Bauteilen. (Schrauben, Bolzen, Wellen, Achsen)

Wie gewöhnliche Feilen besteht die Gewindefeile aus geeignetem Werkzeugstahl. Der Feilenhieb, die spanabhebende “Verzahnung” besteht jedoch aus einigen parallelen Reihen von Zähnen, die im Querschnitt die Form genormter ISO-Gewinde haben. Der Abstand der Zahnreihen entspricht immer einer ebenfalls genormten Gewindesteigung. Somit ist eine Gewindefeile jeweils nur für eine Steigung und einen kleinen Bereich von Gewindedurchmessern geeignet. Deshalb werden meist mehrere Steigungen in einem Werkzeug zusammengefasst. Üblich sind Vierkantfeilen mit quadratischem Querschnitt, die beiderseits der Mitte je vier Steigungen aufweisen, manchmal zusätzlich je eine an den Stirnseiten.

Gewindefeilen werden vor allem benötigt, wenn teure oder aufwendig herzustellende Teile, wie Spezialschrauben, Wellen oder Achsen durch Montage oder Demontage leichte Beschädigungen am Gewinde erlitten haben beziehungsweise um von der Herstellung übrige Unregelmäßigkeiten (z. B. Gratbildung) zu beseitigen. Bei preiswerten Normteilen wie gewöhnlichen Schrauben lohnt sich der Aufwand meist nicht.

Zur manuellen Nachbearbeitung von Innengewinden an größeren Spezial-Muttern werden sogenannte Gewindestrehler verwendet. Sie haben eine kammartige Reihe einzelner Zähne am Ende eines langen Schaftes und entsprechen einem in ISO-Gewindeform geschliffenen Drehmeißel. Sie können auch auf Drehmaschinen eingesetzt werden.

Die Trennscheibe ist eine kreisförmige flache Scheibe aus speziellem Material, die meist als Bestandteil eines Winkelschleifers oder Trennschleifers zur Werkstückbearbeitung dient. Im Gegensatz zu flächigem Abtrag der ähnlich beschaffenen Schleifscheibe durch feine Spanabhebung wird die erheblich dünnere Trennscheibe meist zum zerschneidenden Materialabtrag entlang einer Linie verwendet, vorzugsweise zum Abtrennen von Materialabschnitten. Trennscheiben sind nicht zum sogenannten “Schruppen” geeignet. Trennscheiben gibt es für verschiedenste Materialien (Metall, Edelstahl, Naturstein, Asphalt, Beton)

Unterschieden werden Trennscheiben in zwei Hauptgruppen:

- Kunstharzgebundene Trennscheiben
- Diamanttrennscheiben.

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Der Fliesenschneider ist ein Werkzeug zum Anritzen und Brechen von Fliesen.

Ein Hartmetallrad wird entlang einer Führungsschiene bewegt und ritzt über Hebeldruck eine feine Nut in die glasierte Oberfläche der Fliese, welche anschließend entlang dieser Bruchstelle sauber gebrochen werden kann.

Vom Fliesenschneider gibt sowohl Ausführungen, die freihänidg geführt werden als auch Geräte, die das Schneidrad fest in zwei Rohrführungen mit entsprechenden Führungsbuchsen beinhalten. Bei letzterer Bauausführung wird die Fliese durch Absenken des Hebels, der zur Führung des Schneidrades dient, gebrochen. In einer anderen Bauform wird die Fliese mit einem Diamantblatt, welches elektrisch angetriebenen wird, durchgesägt. Die Trennscheibe läuft oft in einem Wasserbad.

Fliesenschneiderausführungen für größere Fliesen oder auch Betonplatten sind mit einem brückenförmigen Schlitten ausgestattet, an dem ein Sägeaggregat über das Werkstück geführt wird. Das Trennen erfolgt entweder trocken oder nass mit diamantbestückten Sägeblättern bzw. Trennscheiben.

Für Reparaturarbeiten an verlegten Fliesen gibt es Spezialwerkzeuge:

Hier dient ein diamantbestücktes Sägeblatt zum Schneiden. Das Sägeblatt rotiert allerdings nicht, sondern es wird in einen hochfrequenten Vibrationszustand gesetzt. Berührt man damit hartes Material, schneidet das Blatt. Mit diesem Gerät kann man beschädigte Fliesen ohne Zerstörung benachbarter Fliesen aus einem Verband heraustrennen und sie durch neue Fliesen ersetzen.