Wer ein Schloss ohne jegliche Zerstörung früher öffnen wollte, brauchte ihn – den Dietrich. Den Begriff für dieses praktische Allroundwerkzeug gibt es übrigens tatsächlich schon seit dem 15. Jahrhundert im deutschen Sprachgebrauch. Der Dietrich wurde in der Vergangenheit im allgemeinen Sprachgebrauch auch gern einmal als Diebschlüssel bezeichnet. Warum, das erklärt sich hier praktisch von selbst, denn die einfachen Schlösser der vergangenen Tage gaben dem Dietrich problemlos nach.

Als Sperrwerkzeug ist der Dietrich ein echter Klassiker, der aber häufig mit dem Sperrhaken oder auch Hakenschlüssel verwechselt wird. Der Sperrhaken ist allerdings ausschließlich für das Öffnen von Buntbartschlössern ausgerichtet, der Dietrich kann dagegen verschiedene Schlösser öffnen. Der Dietrich ist im Fachjargon auch heute noch als Lockpick bekannt – so, wie eben das Öffnen der Schlösser ohne den entsprechenden Schlüssel als Lockpicking bezeichnet wird. Der Haken, die Schlange sowie der Halbdiamant sind die wesentlichen Arten des Lockpick oder auch Dietrich, mit dem sich viele verschiedene Schlösser einfach – und vor allem ohne diese zu zerstören – Öffnen lassen.

Auch wenn es sich sehr einfach anhört, mit einem Dietrich ein Schloss zu öffnen – etwas Übung bedarf es schon, ein Schloss mit diesem Werkzeug schnell zu öffnen. Im Gegensatz zum passenden Schlüssel zum Schloss, der genau greift, muss mit dem Dietrich die Öffnung des Schlosses mit viel Fingerspitzengefühl betrieben werden.

Während früher praktisch alle Schlösser – auch die von Wohnungstüren – einfach mit dem Dietrich geöffnet werden konnten, hat sich das aber, zum Glück kann man sagen, inzwischen geändert, denn moderne Sicherheitsschlösser sind für den Dietrich ein unüberwindbares Hindernis. Hier nutzt auch der Dietrich nichts mehr, wenn der Schlüssel in der Tür von innen steckt oder sonst in der Wohnung vergessen wurde. Die klassische Zimmertür bzw. deren Schloss kann mit dem Dietrich aber immer problemlos geöffnet werden, wenn zum Beispiel der Zimmerschlüssel verschwunden ist.

Durch die Veränderungen bzw. Modernisierungen in der Schließtechnik, die auch im Hinblick auf die Sicherheit große Modifizierungen erfahren haben, ist der Dietrich inzwischen ein nicht mehr sehr gebräuchliches Werkzeug, im Bereich der Schließtechnik aber trotzdem noch in Gebrauch.

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